Psychotherapie bei Ängsten und Panikattacken
Angst ist eine sinnvolle Reaktion. Zum Problem wird sie, wenn sie ohne Anlass kommt, viel zu heftig ausfällt oder das Leben immer enger macht.
Wenn Angst das Leben bestimmt
Vielleicht kennen Sie das: Das Herz rast, der Atem wird flach, der Körper schaltet auf Alarm — und Ihr Verstand weiß genau, dass gerade keine Gefahr besteht. Genau das ist das Zermürbende an Angststörungen. Verstehen hilft nicht. Sich zusammenreißen hilft nicht. Die Angst sitzt nicht im Denken, sie sitzt tiefer.
Viele Menschen richten ihr Leben nach und nach um die Angst herum ein. Bestimmte Orte werden gemieden, dann bestimmte Situationen, irgendwann bleibt wenig übrig. Die Vermeidung verschafft kurz Erleichterung und macht die Angst auf Dauer größer.
Welche Angsterkrankungen gibt es?
Angst zeigt sich in sehr unterschiedlichen Formen. Oft treten mehrere gemeinsam auf, und die Grenzen sind fließend. Die häufigsten:
Panikstörung und Panikattacken
Plötzliche Anfälle intensiver Angst, oft wie aus heiterem Himmel: Herzrasen, Atemnot, Schwindel, Zittern, das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren, verrückt zu werden oder zu sterben. Eine Attacke dauert meist nur Minuten, aber die Angst vor der nächsten bleibt – und wird oft selbst zum größten Problem.
Agoraphobie
Angst vor Orten und Situationen, aus denen man im Notfall schwer herauskommt oder in denen keine Hilfe da wäre: Menschenmengen, Supermarkt, Kino, öffentliche Verkehrsmittel, Brücken, weite Plätze, allein das Haus verlassen. Häufig entwickelt sie sich nach Panikattacken. Der Bewegungsradius wird immer kleiner.
Generalisierte Angststörung
Ein ständiges Sorgen, das sich nicht abstellen lässt: um die Gesundheit, die Familie, die Arbeit, das Geld, um alles, was passieren könnte. Keine einzelne Angst, sondern ein Dauerzustand der Anspannung, oft mit Schlafstörungen, Unruhe, Verspannungen und Erschöpfung.
Soziale Angst
Angst, im Mittelpunkt zu stehen, beurteilt, kritisiert oder blamiert zu werden. Sprechen vor anderen, Telefonieren, Essen in Gesellschaft, Kontakt mit Vorgesetzten oder Fremden werden zur Qual. Viele Betroffene wirken nach außen sicher und leiden innerlich enorm.
Spezifische Phobien
Starke Angst vor ganz bestimmten Dingen oder Situationen, die in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Gefahr steht: Flugangst, Höhenangst, Angst vor engen Räumen, vor Spinnen, Hunden oder anderen Tieren, vor Spritzen und Blut, vor dem Zahnarzt, vor dem Erbrechen. Solange man den Auslöser meiden kann, geht es – bis man es nicht mehr kann.
Krankheitsangst und Herzangst
Die anhaltende Sorge, ernsthaft krank zu sein, trotz unauffälliger Befunde. Jedes Ziehen, jedes Herzklopfen wird zum Alarmsignal. Bei der Herzangst richtet sich die Aufmerksamkeit ganz auf das Herz: ständiges Pulsmessen, Angst vor einem Herzinfarkt, wiederholte Arztbesuche. Mehr dazu unter Herz und Kreislauf.
Prüfungsangst und Lampenfieber
Angst vor Leistungssituationen: Prüfungen, Vorträge, Bewerbungsgespräche, Auftritte. Ein wenig Aufregung gehört dazu. Wenn die Angst aber so stark wird, dass das Gelernte weg ist, die Stimme versagt oder Situationen vermieden werden, lohnt es sich, daran zu arbeiten.
Angst nach belastenden Erfahrungen
Manchmal hat die Angst einen klaren Ursprung: einen Unfall, einen Übergriff, eine Erfahrung, die überwältigend war. Dann gehört sie oft zu den Folgen eines Traumas. Mehr dazu unter Traumatherapie.
Warum Hypnose hier ansetzen kann
Angst wird nicht auf der Ebene der Argumente gelernt, sondern auf der Ebene des Erlebens. Deshalb arbeiten wir auch dort.
In Trance ist die Aufmerksamkeit gebündelt, und Vorstellungskraft und Erinnerungsvermögen sind besser zugänglich. Damit lässt sich zweierlei tun: eine Situation, die bisher nur Alarm ausgelöst hat, in geschütztem Rahmen und in verträglicher Dosis neu erleben — und eine andere körperliche Reaktion darauf üben, bis sie die alte ablöst. Dazu kommt die Selbsthypnose. Die meisten meiner Klient:innen lernen sie, weil sie damit in der Situation selbst etwas in der Hand haben.
Wie wir arbeiten würden
Zuerst verschaffen wir uns ein Bild: Seit wann besteht die Angst, in welchen Situationen, was hat sie ausgelöst, was hält sie aufrecht. Daraus entsteht ein Plan. Meist beginnen wir mit Stabilisierung und Selbsthypnose, damit Sie handlungsfähig werden, bevor wir an die belastenden Themen gehen.
Wenn körperliche Ursachen im Raum stehen — etwa bei Herzrasen oder Schwindel — gehört das ärztlich abgeklärt. Das ersetzt keine Psychotherapie und die Psychotherapie ersetzt es nicht.
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